MARTIN BUBER UNIVERSITY
oder die Frage nach dem Humanen!
Philosophie impliziert, dass man aus „Liebe zur Weisheit“ die Dinge oder Phänomene des Lebens in Frage stellt, sie untersucht, durchschaut und sie in ihrer Eigentlichkeit erblickt oder wahrnimmt.
„Weise“ geworden dürfte der Mensch dann - in Verbundenheit mit diesen Wahrnehmungen oder Einsichten - das Leben neu oder zumindest ANDERS angehen und gestalten.
Humanphilosophie will sich in „Weisheit“ „liebevoll“ um das Phänomen des Humanen kümmern!
Der Begriff „human“ beinhaltet – von seiner Herkunft her – eine Beschäftigung oder Auseinandersetzung mit „hum“, was eigentlich Erde bedeutet.
Der humane Mensch wird diese Erde oder - anders gesagt - das, was um ihn herum ist – seine Mitmenschen, seine Natur, seine Kultur … – mit seinem menschlichen Geist, seinem Charakter, seinem Charisma füllen, sodass eine „atmende“, eine fruchtbare Erde („humus“) entsteht: Eine Welt, eine Gesellschaft, ein Haus, ein „home“, worin ein jedes Mitglied mit dem ANDEREN gemeinsam wohnen, worin man sich gegenseitig Leben, die Luft zum Atmen schenkt!
Diese Erde, dieses „home“, dieses Haus, diese Wohngemeinschaft, diesen „humus“ wird der freie, verantwortungsbewusste Mensch – als Elternteil, als Lehrer, als Arzt, Politiker, Priester, Bankier oder Architekt … – „human“ schützen, „human“ kultivieren, „human“ modernisieren … eben „humanisieren“ !
Entsprechend steht dieser Mensch frei und mächtig im Mittelpunkt des philosophischen Fragens. Als „humaner“ Mensch wird er immer sich und ANDERE zur Verantwortung rufen, sich zur Verantwortung rufen lassen, um sich mit dem ANDEREN im Dialog zu verbinden!
Konkret impliziert das unter Anderem, dass er sich um bestehende – etwa politische, soziale, pädagogische Strukturen oder Systeme – kümmern wird, um sie in ihrer Wahrheit, Güte und Schönheit zu sehen bzw. diese Qualitäten oder Tugenden in die Welt zu tragen, sie gleichsam als Samen in die Erde zu legen …
Dieser ANDERE Mensch wird sich am Humanen als oberstem Ziel ausrichten und entsprechend in den ihm gegebenen Lebenssituationen auftreten: frei, mutig, emotional, voll Vertrauen, mit festem Glauben, mit Zuneigung und Liebe, in Verbundenheit mit und Respekt vor dem ANDEREN!
Somit ist Humanphilosophie oder das Philosophieren in Relation zur Frage nach dem Humanen eine Schlüsselkompetenz, womit der Mensch das Leben, die Erde in diesem humanen Kontext voller „Liebe“ betrachten und „bewohnbar“ gestalten wird …
(aus: Werner Janssen, Handbuch der Humanphilosophie, Erebodos.
In Vorbereitung, voraussichtliche Veröffentlichung: November 2013)